Durch die Krim reisen – das ist mittlerweile nicht mehr so einfach. Dennoch lohnt sich der Gedanke an die Halbinsel. Neben einem eigenen Volk gibt es dort auch romanische Orte, schöne Strände und eine einmalige Sehenswürdigkeit auf über 86 Kilometer.

Die Krim ist in den vergangenen Monaten leider sehr unrühmlich in den Fokus der internationalen Aufmerksamkeit gerückt. Abgesehen von dem Konflikt zwischen der Ukraine und Russland, ist die Krim jedoch ein schöner Landstrich. Im Hinterland wie eine weite Steppe, an den Küsten Sandstrände und Felsenklippen. Im Sommer sind vor allem die Städte an der Küste, besonders Jalta, voll mit Touristen aus Russland und der Ukraine. Und an den Stränden reihen sich braungebrannte Russen aneinander. An den Strandpromenaden stehen Kinderkarusselle, durch die Sehenswürdigkeiten drängeln sich Schlangen von Touristen.

Livadia-Palast

Im Livadia-Palast trafen Roosevelt, Churchill und Stalin zusammen

 Sehenswürdigkeiten auf der Krim: Schwalbennest und Livadia-Palast

Besonders beliebtals Anziehungspunkt nicht nur für Verliebte: Das Schwalbennest. Das berühmte Mini-Schloss steht mitten auf einer Klippe und ist ein Besuchermagnet. Ich persönlich fand es etwas künstlich. Es wurde erst Anfang des 20. Jahrhunderts von einem Industriellen gebaut. Für die meisten Besucher ist das aber kein Problem.
Weitaus echter ist das Livadia-Palast. Die letzte Sommerresidenz des russischen Zaren ist auch für viele Europäer ein Schicksalsort. Denn hier trafen im Februar 1945 die mächtigsten Männer der Welt zusammen. Franklin D. Roosevelt, Winston Churchill und Josef Stalin teilten hier die politische Landkarte Europas neu auf. Diese Teilung blieb bis 1991 bestehen. Hier wurde auch die Abspaltung Ostpreußens und die Verschiebung der Grenzen der Sowjetunion in Richtung Westen beschlossen. Im Schloss kann man noch den Saal besichtigen, in dem die Verhandlungen stattfanden.

Trolleybusse auf der Krim. 

Längster Trolleybus der Welt

Kaum zu glauben, dass diese Halbinsel ein solcher Ort für die Weltgeschichte ist. So ruhig liegt vor allem die Steppe dar, die früher vom Reitervolk der Krimtataren durchstreift wurde. Ähnlich wie die Reiter damals gleitet auch der längste Trolleybus der Welt vergleichsweise ruhig durch die Landschaft. Der Krimski Trolleybus fährt von der Gebietshauptstadt Simferopol bis in den Küstenort Jalta. Die Fahrt dauert rund 2,5 Stunden und führt über 86,5 Kilometer. Dabei ist der Bus durchgängig an die Oberleitungen gebunden. An einigen Anhöhen quält er sich sehr langsam über die Straßen. Am Fenster kleben in einigen Fahrzügen noch alte Gardinen, die mindestens so alt wie die Busse sind.

Strandpromenade in Jalta

Strandpromenade in Jalta

Zimmer auf der Krim finden

Zimmer sind auf der Krim von vielen Babuschkas günstig zu haben. Sobald man an einem der Bahnhöfe oder Busbahnhöfe ankommt, strömen viele der älteren Damen auf die Ankommenden zu und bieten „Komnata“ an. Meist haben sie Ordner mit Bildern dabei. Man kann sich die Zimmer dann auch ansehen und dort entscheiden, ob man es möchte. Auch über den Preis lässt sich verhandeln. Die Touristenorte sind aber wesentlich teurer als die, die etwas abseits gelegen sind. Sprich: Umso näher am Strand, desto teurer. Auch muss man sich darauf einstellen, dass viele Menschen hier dennoch sehr einfach leben. Oft wird das Wasser bis heute nachts abgestellt, manchmal gibt es auch Stromausfälle. Die bemerkt man oft an den dann surrenden Diesel-Generatoren.
Von der Fassade eines Hauses sollte man sich dennoch nicht täuschen lassen. Denn oft steckt hinter den alten Mauern eine wirklich schicke, neue Wohnung. Die Preise starten ab 30 Dollar pro Nacht aufwärts. Die Küstenorte auf der Krim sind nicht unbedingt budgetfreundlich für Backpacker.

Einreise auf die Krim

Da Russland die Krim als Teil des Staatsgebietes betrachtet, braucht man für eine Reise auf die Krim ein Visum für Russland. Das kann man bei der russischen Botschaft oder über verschiedene Visadienste beantragen.
Das Auswärtige Amt rät derzeit von Reisen auf die Krim ab. Dennoch ist die Halbinsel für Touristen derzeit ungefährlich und kann bereist werden. Den Rest müsst ihr mit eurem Gewissen vereinbaren.
Die Einreise ist derzeit nur über Russland möglich. Sie kann per Flugzeug aus einer von vielen Städten in Russland oder von Istanbul nach Simferopol unternommen werden. Außerdem gibt es einen Zug von Moskau nach Simferopol. Derzeit gibt es anscheinend keine Bahnverbindung von Moskau auf die Krim. Aus der Ukraine oder den westlichen Staaten ist die Krim derzeit nicht zu erreichen.

Hinweis: Ich mag die Krim. Das liest man hier vielleicht auch. Ich mag Russland und seine Menschen. Und ich mag auch die Ukraine und ihre Menschen. Und ich glaube immer, dass man an friedliche Orte reisen sollte, um mit Menschen zu sprechen und Ihnen sein eigenes Bild zu vermitteln.

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Posted by Peter Althaus

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