Fast habe ich mich heimisch gefühlt hier in Wladiwostok. Doch mein endendes Visum und meine Reiselust lassen mich weiterzieh́en. Hier habe ich so ziemlich alles mitgenommen, was die Stadt kulturell zu bieten hat: Schwanensee in der neu eröffneten Oper, klassisches Gitarrenkonzert, Zirkus (besonders beeindruckten mich die Schwarzafrikaner in Häschenkostümen), das Museum der russischen Grenztruppen, U-Boot Museum und ein gräßliches Konzert zum Valentinstag in der Philharmonie. Da kann einem das Lieben ganz vergeh́en.

Das Opernhaus in Wladiwostok.

Das Opernhaus in Wladiwostok.

Sehenswert im Grenztruppenmuseum waren die Fährtenschuhe, die man sich unter die Schuhe schnallen, kann das man Abdrücke wie ein Schwein oder Pferd hinterlässt.

Einmal die Spuren eines Hasen hinterlassen?

Einmal die Spuren eines Hasen hinterlassen?

Übrigens muss man in Wladiwostok nicht auf gute deutsche Traditionen, wie das Weisbiertrinken verzichten. Dazu gibt es das Paulaner Bräuhaus.

Das Paulaner Brauhaus in Wladiwostok.

Das Paulaner Brauhaus in Wladiwostok.

Außerdem habe ich noch ein Bad im japanischen Meer genommen, es war zwar bitter kalt aber nach Eichenlaubschlägen bei lauschigen 115 Grad war auch das noch zu ertragen. Da sieht man auch gern drüber weg, dass das Meer arg nach Jauche gerochen hat, genau, wie ich nach der Prozedur.

Inzwischen habe ich einen Tag mit Grippe im Bett verbracht, ganz geheilt bin ich noch nicht aber auf dem Schiff habe ich ja nichts auszustehen. Nun will ich hoffen, dass ich nicht in Quarantäne muss, wenn ich mit Fieber an der Grenze erscheine.

Nun ist die Fähre (Der Name “Eastern Dream”-läßt ja auf einiges hoffen!) aus Korea tatsächlich hier gelandet und verläßt wohl heute auch die Stadt. 22 Stunden dauert die Überfahrt nach Donghae. Was mich dort erwartet und wie lange ich bleiben werde, weiß ich noch nicht.

Loblied auf Russland

Nach 4 Wochen Russland ist an dieser Stelle noch ein Loblied auf dieses Land nötig. Es ist ein unbegreifliches Land. Eine Weltmacht, allein schon wegen des Ausmaßes. Unbegreiflich groß, unbeschreiblich erschossen, sauber und wohl erzogen.
Viele Kleinigkeiten sind mir erst nach einiger Zeit aufgefallen. Die Rücksichtnahme im Straßenverkehr. Niemand drängt auf sein Recht. Niemand hupt, niemand geht über eine rote Ampel. Niemand wirft Abfall auf die Straße oder aus dem Autofenster. Gutes Essen, freundliche Menschen, überall Geldautomaten, kurz, ein ausgezeichnetes Reiseland. Zwei Mankos sind zu nennen: Jeder Russe ist Putinfan und niemand spricht Englisch. Mit beidem kann ich mich arrangieren. Trotzdem ist es merkwürdig, da im Kino nur amerikanische Filme laufen. (Im Fernsehen halten sie sich die Waage mit den russischen Kriegsdramen.)

Fehlen werden mir wohl vor allem die Menschen, die Sprache, Crepes mit süßer Kondensmilch “Plenij” und mein Lieblingsgetränk “Kompott”.

Nun aber ahoi.

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Posted by Gregor Majewski

Hi, ich bin Gregor und schreibe hier auf Rooksack über meine Abenteuer per Anhalter in der Welt. Ich mache jedes Jahr einen längeren Trip und schreibe hier für euch. Wenn ihr mehr davon lesen wollt, dann folgt uns doch auf Facebook, Twitter oder abonniert uns per E-Mail!

6 Comments

  1. Gregor, du eiliger ´Spinner´ 😉
    Alle paar Tage schaue ich nach, ob es etwas Neues von der anderen Seite des Planeten gibt und immer wieder lese ich Dinge, die mich zum schmunzeln bringen. Viel Spass in Südkorea, wo du ja wenigstens mit Englisch weiterkommst – wobei ich mich frage: was machst du die ganze Zeit auf dem Schiff? Da gibt es gar keine Möglichkeit, so richtig Fersengeld zu geben, ausser immer an der Reling entlang; Entschleunigung pur … 😀
    Wie geht´s dann (geplant) weiter? Direkt nach USA übersetzen, ohne Alaska und Kanada?

    Werd gesund und dann ab nach … wohin auch immer es dich verschlägt!

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  2. Na Hauptsache es gibt Weißbier! 😉
    Habe gerade alle Artikel deiner Tramptour gelesen, und habe selber wieder richtig Lust nochmal loszuziehen… Viel Glücknoch auf der weiteren Reise!

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  3. Dann wünsche ich dir noch eine tolle Weiterreise.
    „Unbegreiflich groß, unbeschreiblich erschossen…“
    Ist dir gelungen woran schon Napoléon und andere Wahnsinnige gescheitert sind.

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    1. Hey,
      ich habe mir jetzt schon den dritten Artikel am Stück von dir durchgelesen. Ich finde deinen Schreibstil sehr gelungen. Vorallem will ich nächstes Jahr ein Jahr Wor & Travel in Australien machen und da bekomme ich gleich noch viel mehr Lust, dass diese Zeit endlich kommt.
      Ich freue mich, auf die hoffentlich bald neuen Artikel.
      LG

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  4. Hallo,
    deine Artikel sind mega interessant. Echt beneidenswert.
    Liebe Grüße

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  5. Sehr cool, deine Artikel machen richtig Lust aufs Reisen. Find es auch gut, dass du nicht in die „mainstream“ Touri-Länder Trampst, da lernst du dir dein eigenes Bild zu machen! Weiter so und viel Erfolg!

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