Oslo gehört eigentlich nicht unbedingt zu meinen Wunschreisezielen. Zum einen ist es eine der teuersten Städte der Welt. Als ich dort 2009 war, habe ich für rund 9 Euro ein Bier getrunken. 9 Euro! Ungefähr das gleiche wie 3 Bier in Berlin! Deshalb muss man zwangsläufig eine Möglichkeit finden, um hier Geld zu sparen Wie ich auch kein Freund von teuren Orten bin, bin ich auch keiner von City-Cards. Meistens muss man schon einiges an Sehenswürdigkeiten besuchen, damit sich das lohnt. Deshalb habe ich nun den Test gewagt und den Oslo-Pass einmal getestet. Damit hat man freien Eintritt in viele Sehenswürdigkeiten und kann den Nahverkehr kostenlos nutzen. Diese Sehenswürdigkeiten sollte man nicht verpassen.

Munch-Museum

Der Schrei ist wohl eines der berühmtesten Bilder überhaupt- zu recht, wie ich finde. Das Sinnbild einer ganzen Generation zeigt die Angst vor der heraufziehenden Apokalypse. Es gibt insgesamt 4 Versionen des Bildes. Im Munch-Museum ist die letzte von ihm zu sehen. Sie wurde erst 1910 gemalt, also nur 4 Jahre vor Beginn des Ersten Weltkrieges.
Auch wunderschön ist die Madonna. Sie ist so ganz anders, als was man sich unter einer Madonna vorstellt. Dennoch ist sie so etwas wie eine Stilikone des Expressionismus. Auch wenn man keine Kunst mag, das Munch-Museum sollte man definitiv nicht verpassen!
Munch-Museum: Tøyen T-Bana-Station, 15. Juni bis 30. September 10-17 Uhr, danach 11-17 Uhr. Der Eintritt für das Munch-Museum beträgt 95 NOK.

Oslo Hafen Nationalfeiertag

Der Hafen von Oslo mit dem Rathaus (rechts) von der Festung Akershus aus, ist am Nationalfeiertag von Norwegen gut gefüllt.

Festung Akershus

Ein schöner Spaziergang ist die Festung Akershus, die direkt im Hafen liegt. Auf einer kleinen Anhöhe liegt hier die Burg, die bis heute zum Teil von der norwegischen Armee genutzt wird. Im Schloss sind zudem die Gebeine der norwegischen Könige der Neuzeit begraben worden. Von der Burg schaut man zum Rathaus auf der einen Seiten und dann hinüber zum Hafen und in den Oslofjord hinein, der hier endet. Auf dem Gelände ist auch das norwegische Widerstandsmuseum beherbergt, wo die Geschichte des Widerstands gegen die deutsche Besatzung erzählt wird. Auf dem Freigelände gibt es Rasenflächen, von denen man einen tollen Blick über den Fjord hat – auch gut für ein Picknick.
Festung Akershus: Nationaltheatret T-Bana-Station, Freigelände

Oslo Rathaus

Der Bau des Rathaus von Oslo verzögerte sich durch den Zweiten Weltkrieg. Am Nationalfeiertag laufen viele Norweger durch den Hafen, auch dort wo die schrecklichen Anschläge von Oslo stattfanden.

Rathaus, Hafen und Nobel-Friedenzentrum

Direkt im Hafen liegt das Rathaus der Stadt Oslo. Es wurde durch den 2. Weltkrieg erst 1950 fertiggestellt. Dennoch finde ich es eine Stilikone, auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht nicht die schönste ist. Hier werden auch jedes Jahr die Nobelpreise verliehen.
Über die kann man sich fast nebenan im Nobel-Friedenszentrum (Nobelfredssenter) informieren. Dort gibt es eine Ausstellung über die Preisträger des Friedensnobelpreises. Ich war bereits 2009 dort. Wer sich für Friedensaktivismus interessiert ist dort gut aufgehoben.
Rathaus: Nationaltheatret T-Bana-Station, nicht öffentlich zugänglich
Nobelfriedenszentrum: am Hafenbecken, rund 100 Meter vom Rathaus, Öffnungszeiten: täglich 10 bis 18 Uhr, Eintritt: 95 NOK, Studenten; 60 NOK

Der Ausblick über die Oper hinaus in den Himmel.

Der Ausblick über die Oper hinaus in den Himmel.

Oper Oslo

Die spektakuläre Oper von Oslo muss man unbedingt gesehen haben. Es gibt viele Leute, die über moderne Architektur meckern. Hier wüsste ich nicht, warum. Sie ist komplett begehbar und von oben hat man einen schönen Blick auf den Teil des Hafens von Oslo. Es lohnt sich auch, hier ein kleines Picknick zu machen. Dabei sollte man sich jedoch die Gedanken an unsere Frau Bundeskanzlerin verkneifen. Vielleicht kennt ihr noch die Diskussion um ihr heißes Kleid bei der Eröffnung der Oper.
Oper Oslo: Zu Fuß zu erreichen vom Hauptbahnhof Oslo, Begehung kostenlos, Tickets für Erwachsene ab rund 300 NOK

Hafen von Bygdoy mit Schiff

Im Hafen von Bygdoy legen die Fähren vom Osloer Hafen an. Die Fahrt dauert rund 20 Minuten.

Mit der Fähre nach Bigdøy

Vom Hafen aus legt die Fähre nach Bigdøy ab. Die kleine Halbinsel ist ein ruhiger Rückzugsort. Mehrere Museen teilen sich die Insel. Dazwischen sind malerische kleine Straßen mit bunt gestrichenen Holzhäusern. Am schönsten fand ich eine kleine Bucht dort, von der einige ihre Boote zu Wasser lassen. Neben den Museen, sollte man die Insel also auf jeden Fall noch etwas zu Fuß erkunden.

Fram-Museum Expeditionen Südpol Oslo-Pass

Die Ausstellung im Fram-Museum zeigt die Geschichte der Expeditionen zum Südpol.

Fram-Museum

Für alle, die von der Weite der Antarktis träumen, ist auch Oslo ein Sehnsuchtsort. Denn mit der Fram findet sich auch heute noch das Schiff hier, mit dem einst die Expedition zum Südpol begann. Im Fram-Museum (Frammuseet) kann man die Geschichte der Expeditionen zum Südpol verfolgen und versuchen nachzuvollziehen, was für unglaubliche Entbehrungen die Entdeckung des Südpols für Roald Amundsen gewesen sein müssen.
Fram-Museum: Anfahrt entweder mit der Fähre 91 vom Hafen oder Bus 30 vom Nationaltheater bis Bygdøy, Öffnungszeiten und Infos findest Du hier, Eintritt: 80 NOK, Studenten 30 NOK

Segel Kon Tiki Floß Thor Heryerdahl Museum Oslo

Stilecht dabei auch das Segel des Kon-Tiki-Floß.

Kon-Tiki-Museum

Direkt auf der anderen Straßenseite liegt das Kon-Tiki-Museum. Es beschreibt die Fahrten des norwegischen Dokumentarfilmers Thor Heyerdahl, der mit dem selbstgebauten Floß Kon-Tiki durch die Südsee gesegelt ist, um damit zu beweisen, dass die Menschen auch schon viel früher als vermutet um die Welt reisten. Beide Ausstellungen, im Fram-Museum und hier, dauern je nach Schnelligkeit und Interesse zwischen 30 Minuten und 3 Stunden.
Kon-Tiki-Museum: Anfahrt wie oben, Eintritt: 90 NOK, Studenten 60 NOK

Skisprung Schanze Holmenkollen Skisprungschanze Oslo Fjord

Die Skisprungschanze des Holmenkollen ist einer der bekanntesten Orte für Wintersport. Nebenbei hat man von hier eine tolle Aussicht auf den Oslo-Fjord.

Holmenkollen

Direkt in den Bergen bei Oslo liegt der weltberühmte Holmenkollen. Das Mekka für Skisprung-Freunde ist die neugebaute Skisprungschanze auf dem Holmenkollen, die jeden Winter aufs neue bei den Weltcup-Sprüngen von Oslo zu sehen ist. Man kann auf die Schanze hoch fahren und den Blick genießen, den sonst nur die Skispringer vorm Absprung bekommen. „Trocken-springen“ so gesehen. Die Aussicht auch auf Oslo ist wirklich wunderbar! Wer noch mehr Action braucht, lässt sich beim Zip-Lining von der Holmenkollen-Schanze abseilen.
Holmenkollen-Skisprungschanze: T-Bana bis Holmenkollen, dann noch ca. 500 Meter steil den Berg herauf, Öffnungszeiten: Juni bis August: 9 bis 20 Uhr, Mai und September: 10 bis 17 Uhr, Oktober bis April: 10 bis 16 Uhr, Eintritt: Museum und Schanze: 110 NOK

Oslo mit dem Oslo-Pass

Ich hatte für meinen Aufenthalt einen Oslo-Pass. Ich hatte den 72-Stunden-Pass. Dieser ist eindeutig zu viel für mich. Ich mag kompaktes Sightseeing. Deswegen hätte der 24-Stunden-Pass auch locker gereicht.

Der Preis des Oslo-Pass

  • 24 Stunden: 290 NOK,
  • 48 Stunden: 425 NOK
  • 72 Stunden: 535 NOK

Braucht man den Oslo-Pass?

Allein das Ticket für den Nahverkehr in Oslo kostet 90 NOK für 24 Stunden gekostet. Ich wäre zudem auf jeden Fall in das Munch-Museum gegangen und in das Fram-Museum. Da wäre ich ohne Studentenrabatte schon bei 270 NOK. Jedoch sollte man bedenken, dass die Museen nicht ewig geöffnet haben. theoretisch könnte man aber versuchen die 24 Stunden so zu verteilen, dass man mit dem Ticket genau noch in ein Museum hineinkommt, bevor es abläuft und dann dort so lange bleiben, wie man möchte.
Wer also nicht ins Museum oder auf den Holmenkollen will, der sollte es sich vorher überlegen, ob die Rabatte für die Attraktionen von Oslo mit den Oslo-Pass genug wert sind. Mann kann auch ohne viel Geld einen Tag in Oslo verbringen.

Hinweis: Ich war auf Einladung von DFDS Seaways im Rahmen des Blogtrips #pdrbSchiff unterwegs. Dazub gibt es noch viele weitere spannende Beiträge auf anderen Blogs zu entdecken. Ihr solltet euch auch erstmal durch die weiteren Beiträge hier klicken:-) Die Schiffreise und die Anfahrt nach Kopenhagen wurden übernommen. In Oslo bekam ich den Oslo-Pass von Visit-Oslo zum Testen. Meine Meinung beeinflusst das nicht. Untergekommen bin ich in Kopenhagen und Oslo bei wundervollen Couchsurfern und Freunden. Vielen Dank besonders an Marianne, mit der ich den norwegischen Nationalfeiertag verbracht habe! 

 

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Posted by Peter Althaus

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4 Comments

  1. Die überteuerten Preise musste ich leider auch schon erleben. Ich war schon einige Male per Mini-Kreuzfahrt da und den deftigsten Preis, den ich dort bezahlt habe, waren fast 6 Euro für einen Kakao in einer Bar am Hafen. Den Oslo Pass habe ich mir aus Zeitgründen nicht gegönnt, aber ich muss unbedingt noch mal hin, um in Ruhe die Stadt zu besichtigen und auch auf den Holmenkollen zu gehen. Dafür werde ich dann auf jeden Fall eine Übernachtung in Oslo einplanen.

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  2. Die Preise sind der Hammer….

    Aber dennoch schöne Bilder und toller Bericht !!

    Liebe Grüße,

    Sofia

    Antworten

    1. Hehe, ja. Für Billigurlaub muss man definitiv woanders hin 🙂

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  3. Ich bereite mich gerade darauf vor Oslo und Kopenhagen zu besuchen.
    Ich reise mit der Aida und freue mich darauf, da ich noch nie im Norden war und alles neu für mich ist.
    Ich würde gern ohne Ausflüge ein Teil des beschriebenen erkunden und Dank für die tolle Beschreibung.
    Rosemarie

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