Potsdam – Stadt für Rentner und Möchtegern-Berliner. Als ehemaliger Berlin-Bewohner hat mich die alte preußische Residenzstadt nie besonders interessiert. Meine Gedanken über Sehenswürdigkeiten in Potsdam drehten sich um – was auch sonst – Sanssouci und die Babelsberger Filmstudios. Da spielte mehr als nur der Zufall mit, als ich dann dazu kam ein Reiseblogger-Treffen dort zu organisieren.

Am Abend des Samstages unseres Reisebloggerwochenendes nahm ich mir die Zeit, die Stadt etwas allein zu entdecken. Und gefunden habe ich auch das Thema dieses Blogbeitrags. In der blauen Stunde ist Potsdam nämlich besonders schön. Wenn sich die Dämmerung über Potsdam legt, dann passt die Stunde zum alten Glanz Preußens, auf dass man hier so viel Wert legt. Preußisch Blau ist auch ein schöner Kontrast zum gelben und orangenen Licht der nachgebildeten Straßenlaternen in den Gassen der Altstadt. Und auch die beste Zeit, um die sonst überfüllten Fußgängerzonen der Potsdamer Innenstadt und ihre Schaufenster zu erkunden. Viele der Läden sind ausgeleuchtet. So kann man in Ruhe nach Mitbringseln schauen und am nächsten Tag, wenn der Trubel wieder da ist, nur kurz vorbeikommen, um sie abzuholen.

In Potsdam sehen selbst die Plattenbauten idyllisch aus.

In Potsdam sehen selbst die Plattenbauten idyllisch aus.

Idyllische Plattenbauten

Abgesehen von der blauen Stunde habe ich in Potsdam aber auch noch ganz andere Dinge in blau gefunden. Die ganze Stadt ist durchzogen von der Havel, von Seen und Kanälen. Am besten kann man dies erkunden, indem man sich ein Kanu ausleiht oder eine Bootstour macht. Eine andere Möglichkeit ist das Potsdamer Wassertaxi. Es verkehrt im Linienverkehr und auf festen Routen. Von den knallgelben Booten aus, kann man die ganze Stadt per Wasser erobern kann. Dort sieht man dann Sehenswürdigkeiten wie die Glienicker Brücke, auf der früher Agentenaustausche während des Kalten Krieges stattfanden, oder das Forsthaus Templin mit Strandbad (im April war es mir aber noch zu kalt zum Baden). Auch Schloss und Park Babelsberg steuert das Wassertaxi in Potsdam an. Und vom Wassertaxi aus sehen sogar die sonst so klotzigen Plattenbauten wie schönste Apartmentblocks in bester Lage am Wasser aus.
Dennoch ist auch Vorsicht geboten. Auf den Kähnen lauern viele Rentner. Wenn man Pech hat, verwickeln diese einen in ein Gespräch. Wenn man Glück hat sprechen sie nur Englisch und man tut einfach so, als ob man nichts versteht. Potsdam ist eben doch noch eine Stadt der Rentner. Aber das muss nicht schrecken.

blauer briefkasten potsdam hauptpost

Souvenirpostkarten schickt man stilgemäß am besten von hier.

In der Uniform durch Sanssouci

Zu Fuß – das war die Fortbewegungsart der meisten Soldaten zu Zeiten des Soldatenkönigs Friedrich I.. Und genau so lässt sich Potsdam auch gut durchstreifen. Friedrich ließ Potsdam zur Garnissionsstadt ausbauen. Doch erst sein Sohn Friedrich II., der Große, machte die Stadt weltbekannt. Durch seine kühnen Siege und seinen exzentrischen Lebensstil, brachte der alte „Fritz“ das kleine Königreich auf die Landkarte der europäischen Großmächte. In einer Führung durch Schloss Sanssouci oder das Neue Palais – die man dank der vielen Rentner – schon Monate vorher buchen muss, kann man viel über die Gedankenwelt von Fritz und Freunden erfahren. Obskure Gesellschaft damals – so viel kann ich euch verraten.

Chinesen in Preußen

Wer sich wie ein Soldat oder deren König fühlen möchte, der kann womöglich eine passende blaue Uniform finden. Damit lässt es sich auch durch den schönen Park des Schlosses Sanssouci spazieren. Zu sehen ist das Preußische in Potsdam dort noch am besten. Und in dem kleinen Park findet sich fast die ganze Welt. Neben den Heerscharen von Touristen aus aller Welt, erinnert eine Windmühle an Holland – auch wenn sie nichts mit Holland zu tun hat. Und man kann entdecken, was sich die Menschen der damaligen Zeit unter einem Chinesen vorgestellt haben. Das Teehaus im Schloss Sansoucci zeigt die damaligen Bilder von der Vorstellung Chinas. Und am Ende des Parks wandelt man durch einen der schönsten Säulengänge der Region und fühlt sich fast wie in Italien. Im Neuen Palais kann man übrigens auch die Badewanne der Kaiser und ihrer Frauen bewundern. Die beste Technik ihrer Zeit – aus England importiert. Und natürlich Preußisch Blau!

Spezialtipp: Am Ende der Reise sollte man die Ansichtskarte an die liebsten nicht vergessen. An der Hauptpost in Potsdam kann man seine Postkarte in den Briefkasten werfen. Auch dieser ist, ihr erratet es, Preußisch Blau!

 

Hinweis: Dieser Besuch fand im Rahmen eines Reisebloggertreffens in Potsdam statt. Dafür hat Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH mich und einige andere Reiseblogger nach Potsdam eingeladen.

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Posted by Peter Althaus

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