Telefonieren auf Reisen ist immer eine heikle Sache. Günstige Angebote zu finden war lange Zeit unmöglich. Doch mein Karten-Anbieter hat mir schon im Juli eine SMS geschickt. Seitdem telefoniere ich für 9 Cent die Minute mit Blau.de in die gesamte EU und von dort nach Hause. Bei meiner Italienreise hab ich nun mal getestet, ob das für mich ausreicht.

Wir sitzen in einem Restaurant an einem Hügel im Hinterland von Savona. Nach 9 Stunden Fahrt sind wir endlich angekommen. Vor mir die Pizza des Hauses. Am Ohr mein Telefon. Hier bin ich wie der stereotype Italiener – Mutti will wissen wo ich bin. Von mir zu behaupten ich sei eine Quasselstrippe, ist in Bezug auf das Telefon dennoch echt schwer. Ich nutze mein Handy nur für das Nötigste. Aber ich bin darauf angewiesen. Als Blogger muss man immer irgendwie erreichbar sein. Und auch als Mieter, Familienmitglied und Arbeitnehmer bin ich für alle Fälle lieber auch im Ausland leicht zu erwischen, möglichst unter meiner Nummer. Hinzu kommt, dass ich den günstigsten Tarif in meinem Freundeskreis nutze und Freunde mein Handy daher auf Reisen gern als Telefonzelle missbrauchen. Ich nenne jetzt mal keine Namen. 😉

Im Ausland muss es nicht immer 3G sein

Günstig telefonieren zu können finde ich meistens wichtiger als eine schnelle Datenverbindung. Auch wenn ich Blogger bin und meine Momente gern mit meinen Bloglesern teile, so hat dies meist auch noch ein bißchen Zeit. Zum einen gibt es im Ausland, das trifft für Italien wie für viele andere Länder auch zu, fast überall W-LAN (anders als in der W-LAN-Wüste Deutschland). Wir hatten in unseren Hostels bis auf eine Ausnahme in Italien immer freies W-LAN. Dort habe ich öfter Bilder hochgeladen. Ein schöner Weg, um euch Lesern „Gute Nacht“ oder „Guten Morgen“ zu sagen! Ansonsten gibt es überall Cafés, an denen man besonders als Reisender nicht vorbeigehen kann – schließlich muss man in Italien entweder schnell einen Kaffee trinken oder ein leckeres Eis essen.
Auch öffentliche Bibliotheken sind ein guter Anlaufpunkt für Internetjunkies.

Im Inland telefonieren – kommt auf die Menge an

Was das telefonieren anbelangt, so ist es in Italien nicht immer einfach. Für die Registrierung der SIM-Karten muss man zuerst einen Vertrag ausfüllen. Dieser ist lediglich in Italienisch zu finden. Deswegen entweder einen Italiener mitnehmen oder vorher die Sprachkenntnisse des Verkäufers abfragen.
Mögen die italienischen Prepaid-Karten vielleicht gut für Inlandsgespräche taugen, sind sie für Anrufe nach Deutschland aber schlicht zu teuer. Bis zu 70 Cent kostet eine Minute nach Deutschland. Für Gespräche mit der Heimat zu viel. Cecilia, eine frühere Kommilitonin von mir, fährt regelmäßig nach Italien. “Als ich noch in Rom gearbeitet habe, bin ich zum telefonieren immer in einen der von Indern geführten Telefonläden gegangen”, erzählt sie mir. Das brauch ich zum Glück nicht.

Ich habe sowieso schon eine ganze Weile eine Karte von Blau.de. Da kam es mir sehr entgegen als Blau im Juli verkündete, dass künftig alle Anrufe von und nach Deutschland nur noch 9 Cent pro Minute kosten sollen.
Zwischendurch habe ich leider auch einen Werbeanruf einer Bank bekommen. Wie automatisch habe ich gleich gesagt, dass ich im Ausland bin und es mir wegen der Roaming-Kosten zu teuer wird. Wäre es jemand erfreuliches gewesen, hätte ich jedoch mit gutem Gewissen weitertelefonieren können. Denn eingehende Anrufe schlagen mit 8 Cent zu Buche.

Auf der Reise hab ich auch mit anderen Deutschen verglichen. Ein Reisender nutzte einen Tarif von Vodafone. Da zahlt er für jedes Gespräch 75 Cent. Und dann noch weitere 29 Cent pro Minute. Hilfe! Ich dachte sowas gibt es gar nicht mehr.

Marta war nicht nur unsere Rezeptionistin. Wir haben auch einiges von ihr über Italien gelernt. Grazie!

Marta war nicht nur unsere Rezeptionistin. Wir haben auch einiges von ihr über Italien gelernt. Grazie!

Alternative für Leute mit vielen italienischen Freunden – Inlands-SIM

Eine der Schwächen der Blau.de-Karte ist jedoch die Inlandstelefonie. So kostet ein Anruf zwar nur 28 Cent pro Minute. Für häufigere Gespräche mit italienischen Freunden jedoch etwas zu viel. Marta, die ich gerade in einem der Hostels, in dem wir in der Nähe von Rom genächtigt haben, getroffen habe, ist 22 und studiert in Bologna. Da ihr Studium der Übersetzung Italienisch-Spanisch-Portugiesisch ein Berufspraktikum vorsieht, hat sie sich jedoch für zwei Monate wieder bei ihren Eltern einquartiert. Marta ist recht untypisch für das, was man über Italiener so denkt. „Ich wohne in Bologna und komme hier aus Zagarolo“, erzählt sie mir. Sie bekommt Geld von ihren Eltern und muss deshalb jeden Cent zweimal umdrehen. „Ich versuche nicht zu teuer zu leben“, sagt sie. Dazu gehört für sie auch eine Prepaid-Karte zu nutzen. „Ich zahle monatlich acht Euro und bekommen dafür 150 Minuten und 150 SMS“, sagt sie. Diese gelten dann für alle inländischen Anrufe und Nachrichten. Ein Smartphone besitzt sie nicht. „Mir reicht es, wenn ich telefonieren kann“, sagt sie. Ich zahle übrigens für meine Monats-Option auch nicht viel mehr und bekomme sogar Internet dazu. Insofern liegen Deutschland und Italien hier nicht viel auseinander.

Die freie Wahl – Immer den besten Empfang

Sind wir mit unseren italienischen Freunden unterwegs, gibt es öfter das Problem, dass diese besonders in den ländlichen Regionen kein Netz haben. In den Appenninen und den Alpen kann es mit der Abdeckung schlecht aussehen. Der Vorteil einer ausländischen Telefonkarte: Man kann zwischen den Netzen wählen und je nach Standort das beste und schnellste Netz raussuchen. Mein alter Reisepartner Paolo empfiehlt: “In Italien ist Vodafone das am besten ausgebaute Netz. Damit hat man im Normalfall den besten Empfang.”

Für Wenig-Mobilsurfer – EU-Internet-Pakete

Wer wie ich, nicht unbedingt eine lokale Telefonkarte braucht, aber trotzdem zumindest gelegentlich auch mobil online gehen will, für den können die EU-Internet-Pakete das richtige sein. Die haben mich mehrfach gerettet, als sich unser Navi verfahren hat und Google Maps einfach besser war. Oder auch einfach um meine Mails unterwegs zu lesen und den Twitter-Followern und Facebook-Freunden ein kleines Bild hochzuladen.

Für 4,99 Euro kann man so 50 Megabyte in allen europäischen Netzen surfen. Das heißt man kann innerhalb der Laufzeit von 7 Tagen sogar zwischen beliebig vielen Ländern springen. So habe ich das Smartphone bei unserem Ausflug nach Monaco auch im französischen Telefonnetz benutzt, nur um auf der Rückfahrt nach Genua wieder im italienischen Netz zu surfen. Bereits auf der Hinfahrt habe ich mich in der Schweiz kurz eingeloggt, um meine Mails zu lesen. Das Paket gilt für 7 Tage oder bis zum Verbrauch der 50MB. Nach Ablauf bekommt man eine SMS von Blau.de.

In Monaco kann man sowohl die französischen wie auch die italienischen Mobilfunknetze nutzen.

In Monaco kann man sowohl die französischen wie auch die italienischen Mobilfunknetze nutzen.

Für wen bietet sich die blau.de-Karte also an?

Wenigtelefonierer
Ich empfehle die Nutzung besonders für Reisende, die sowieso wenig Inlandsgespräche führen. Für Anrufe zu den Unterkünften oder dergleichen reicht die Blau.de-Karte völlig aus. Schleißlich kostet eine italienische SIM auch erstmal eine Startgebühr. Nur wer viele Freunde dort hat und/oder besuchen möchte oder sich mit vielen lokalen Couchsurfern trifft, kann über die Anschaffung einer italienischen SIM nachdenken. Für Otto-Normalurlauber reicht die Karte aber völlig aus.

Heimatverbundene und Vieltelefonierer
Wäre ich ohne Freundin gereist, hätte mein Telefonierverhalten ganz anders ausgesehen. Den Unterschied zu meiner Reise nach Litauen sieht man auf der Rechnung ganz deutlich. Wenn ich allein bin, will Frau informiert sein. Da kommen einige Minuten zusammen.
Wer in beiden Sphären viel telefoniert, für den sind sowieso zwei Karten zu empfehlen.

Wenigsurfer
Für mich hat das EU-Internetpaket mit 50MB ausgereicht. Ich hab es aber zweimal gebucht. Das ist zwar nicht gerade viel, aber wie oben schon beschrieben für das wichtigste gut geeignet. Es hat mir so auch den Preis der italienischen SIM erspart. Damit haben sich die Pakete am Ende rentiert.
Vielsurfer, die auch unbedingt mobil surfen wollen, können auch eine zusätzliche italienische SIM erwerben. Meine Freunde schwören dort auf Vodafone. Aber ein zweites Handy ist dann eigentlich auch Ehrensache, oder?

Was sind eure Erfahrungen beim Telefonieren in Italien? Im Ausland?

Telefonrechnung vom 22.08.2013 bis 01.09.2013 (einfach abzulesen im Blau.de-Kundenkonto):
Abgehende Gesprächsminuten (wurde auch von anderen genutzt): 69:08 min = 6,21 Euro
Abgehende Gesprächsminuten zu italienischen Nummern: 4:30 = 1,26 Euro
Versendete SMS: 6 = 0,54 Euro
EU-Internet-Pakete á 50 MB für 4,99 Euro: 2 = 9,98 Euro
Sonstige Datenverbindung (ohne Paketbuchung): rund 3,1 MB für 1,36 Euro
= 19,35 Euro
Ohne Internet: 8,01 Euro

 Kleines Extra: Wer wie ein Italiener in Italien telefonieren möchte, der antwortet nicht mit seinem Namen auf den Anruf. Stattdessen sagen die Italiener nämlich grundsätzlich „Pronto!“ zur Begrüßung bei der Annahme eines Anrufs. Frei übersetzt heißt das einfach „Bin bereit!“ aber wird eher als eine Art „Hallo!“ verwendet. Sympathisch!

Hinweis: Dieser Beitrag entstand mit Unterstützung von Blau.de. Weitere Posts anderer Reiseblogger auf deren Reisen durch Europa, könnt ihr in den kommenden Wochen auf dem Blau.de-Tumblr-Blog nachlesen. Ursprünglich stand hier darüber „Sponsored Post“. Da dies rechtlich jedoch fragwürdig ist, habe ich es auf „Anzeige“ geändert. Ich bitte meine Leser für die falsche Kennzeichnung um Entschuldigung!

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Posted by Peter Althaus

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