Serienmörder scheinen Fernsehmacher sowieso zu beschäftigen. Wo kommen diese klischeehaft am häufigsten mit jungen, hübschen Damen in Kontakt? Klar! Wenn die Mädchen trampen. In Wirklichkeit ist das aber eigentlich nicht gefährlich. Trotzdem kann es nicht schaden die folgenden Tipps einzuhalten. Sicher trampen – so geht es!

Neulich habe ich mal wieder Tatort geschaut. In der Osterfolge trampt eine ziellose hübsche, junge Blonde mit einem ihr Unbekannten nach Köln. Und landet, wie erwartet man es anders, als Fleischbarbie bei einem Psychopathen in dessen Kellerfriseursalon. Und da sind wir wieder beim altbekannten Vorurteil: Wer trampt der wird umgebracht! Doch jetzt kommt die Überraschung: Das muss nicht so sein! Dazu muss man nur folgende einfache und, wie ich finde, logische Regeln befolgt.

An Tankstellen fragen: Es ist eine unendliche Diskussion, ob man nun besser mit dem Daumen Autofahrer anhält oder doch lieber mit einem Schild oder an der Tankstelle fragt. Vom Sicherheitsaspekt her empfiehlt sich die Tankstelle. Hier müsst ihr zwar über euren Schatten springen und die Leute ansprechen. Doch so könnt ihr gleich die richtigen Leute fragen. Einfach auf das Kennzeichen achten. Zudem sind alle Tankstellen mit Videokameras ausgestattet. Darauf könnt ihr den Fahrer/die Fahrerin hinweisen, falls ihr eindeutige Angebote bekommt oder sonstiges Merkwürdiges passiert. Das war übrigens auch eine Lücke im Tatortdrehbuch. Hinzu kommt, dass man schon wissen sollte, wo man überhaupt hin will. Und wenn es nur eine grobe Richtung ist.

Auf Fahrzeugzustand achten: Ihr solltet auf jeden Fall darauf achten, in was für einem Zustand das Fahrzeug ist, mit dem ihr fahren wollt. Wenn ihr das Gefühl habt, dass dieses Auto wohl nie wieder einen TÜV bekommt, solltet ihr zu eurer eigenen Sicherheit nicht einsteigen. Auch eine unsichere Fahrweise sollte euch zum Aussteigen ermutigen. Das bedeutet nicht, dass der Fahrer auch ein Serienmörder ist. Aber euer Leben kann Vorischt so allemal retten.

Klar und deutlich kommunizieren und nein sagen können: Wichtig ist es mit den Fahrern so zu sprechen, dass klar ist, was ihr sagt. Das funktioniert meist auch trotz Sprachbarrieren. Ort, wo ihr hinwollt, und dann noch erklären, dass Tankstellen oder ähnliches entlang der Strecke auch ok wären. Wenn die Strecke euch nichts nützt, dann auch mal nein sagen. Wenn ihr schon an einem guten Punkt steht, kann es manchmal nur schlechter werden. Oft landet man dann zwar in der richtigen Richtung. Das nützt euch aber dann nichts, wenn ihr an einer kaum-befahrenen Auffahrt steht. Auch wenn die Fahrer sagen „Der Ort ist super zum trampen“, muss das nicht immer stimmen. Sie selbst trampen wohl kaum, wenn sie Auto fahren. Unsicher ist es schließlich auch wenn ihr abseits eurer Route in einem Kaff verschimmelt.

SMS mit Kennzeichen an Bekannte verschicken: Vor eurer Fahrt solltet ihr einem Bekannten Bescheid sagen, dass ihr trampt und ihn bitten mit euch in Kontakt zu bleiben. So könnt ihr ihm/ihr eine SMS mit dem Kennzeichen der Fahrzeuge die euch mitnehmen simsen und einen nächsten Meldezeitpunkt vereinbaren. Diese SMS kann man auch als Druckmittel gegenüber aufdringlichen Fahrern einsetzen. Ihr könnt die Fahrer auch gleich um eine Telefonnummer bitten oder vielleicht sogar eine Visitenkarte mit euren Daten hinterlassen, falls ihr etwas im Wagen vergessen habt.

Gepäck möglichst nah an euch transportieren: Ein weiterer Vorteil von kleinem Gepäck ist, dass ihr es auf den Schoß nehmen könnt. Das freut die Fahrer, weil ihr so nicht den Sitz schmutzig macht. Und es ist super für euch, weil ihr so im Notfall schneller aussteigen könnt, als wenn ihr noch an den Kofferraum müsstet.

Aussteigen wenn es unangenehm wird: Falls euer Fahrer oder jemand anders euch dumm anmacht, anschreit oder begrabscht ist es höchste Eisenbahn dort auszusteigen. Sagt klar und deutlich „Stop“ und kommuniziert, dass ihr möglichst an einer öffentlichen Stelle hinausgelassen werden möchtet. Falls es mitten auf der Autobahn brenzlich wird, dann notfalls auch gleich am Seitenstreifen ranfahren lassen. Falls euch die Polizei dann aufsammelt, habt ihr die beste Entschuldigung.

Wie sind eure Erfahrungen? Was habt ihr für Tipps für andere Tramper?

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Posted by Peter Althaus

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4 Comments

  1. Hallo Peter,

    schöner Artikel. Ich habe die Tipps direkt mal bei mir im Reise-Forum verlinkt (http://www.dieweltenbummler.de/Forum/Thread-Erfahrungen-mit-Trampen-und-Trampern?pid=2179#pid2179). Jetzt fehlen allerdings noch Tipps für die andere Seite. Was machen zum Beispiel Autofahrer, die bereit sind, eine Person mitzunehmen, aber dann feststellen müssen, dass noch drei weitere aus dem Gebüsch krabbeln? 😉 So ähnlich ist es mir bereits ergangen.

    Viele Grüße
    Michael

    Antworten

    1. Hallo Michael,

      das ist natürlich eine schwierige Situation. Ich überleg mir bald mal nen Artikel in die Richtung. Danke dir für den Hinweis!

      Gruß von der polnischen Grenze!

      Peter

      Antworten

  2. Hi Peter
    Wie auch du nehme ich gerne Anhalter mit und bin auch schon öfters per Anhalter gefahren. Am wenigsten Probleme hatte ich allerdings zu dritt, als wir noch ein Mädel dabei hatten. Während ich alleine auch mal gut und gerne 4 Stunden stand, bis mich ein Auto mitgenommen hat. Am liebsten nehme ich ein Schild, dass ist am bequemsten. Neben Reiseziel hatte ich auch mal nur „Just showered“ drauf stehen. Die Lacher waren in jedem Fall auf meiner Seite. Das hat das Warten gleich viel angenehmer gemacht.
    Ein grossartiges Land zum trampen ist übrigens Kanada, dort sollte man allerdings nicht als Frau in Northern BC hh. Da sind am „Highway of tears in den letzen zehn, zwanzig Jahren viele Frauen verschwunden und nicht mehr oder nur tot aufgefunden.
    Viele Grüsse
    Eric der Wikinger

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  3. Moin Peter,

    Sehr solider Artikel. Ich bin selber viel per Anhalter unterwegs und werde oft gefragt, wie ich mich das traue. Auch der Eintrag „für die Fahrer“ hat mir gefallen.
    Jetzt hab ich noch einen Tipp für den Fall, dass man sofort raus will, aber der Fahrer nicht anhalten will: Einfach behaupten, dass man gleich kotzen muss. Niemand wird einen völlig eingesauten Wagen der unbequemen Haltestelle vorziehen.

    Schönen Gruß,
    Wendehals

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