Wie immer war es der Zufall der mich an diesem Tag zu meinem ersten Höhepunkt in Island geführt hat. In Reykjavik habe ich verzweifelt versucht eine Couch zu finden. Leider ohne Erfolg. Das war das erste Mal, dass ich keine Couch gefunden habe. Ok, auch in Jerusalem war ich schon couchlos aber das war eher meine Schuld. Deshalb entschied ich auch möglichst schnell aus Reykjavik rauszufahren. Nach einigem Warten ging das dann auch noch. So landete ich schließlich im Auto von zwei Jungs aus Berlin/Leipzig. Die beiden wollten zum Glymur, dem einst höchsten Wasserfall Islands (seit 2011 weiß man, dass der Morsárfoss im Vatnajökull der höchste ist). Ich war zwar eher unvorbereitet, hatte aber Bock und fragte, ob ich mitkönne. Kein Problem.

Wie kommt man zum Glymur?

Der Glymur galt lange als der höchste Wasserfall Islands. Er liegt rund eine Stunde mit dem Auto von Reykjavik entfernt. Man muss auf der Ringstraße bis kurz vor den Tunnel nach Arkranes fahren und dann rechts auf die Straße 47 rund um den Hvalfjördur fahren. Ziemlich am Ende des Fjords geht ein Schild Richtung Glymur ab. Über die kleine Schotterpiste kommt man zum Parkplatz. Ab da ist es rund einen Kilometer durch steiniges aber ebenes Gelände. Dann geht es an einem Schild nach rechts. Nach kurzem Weg gibt es den ersten Aussichtpunkt, von dem man in Richtung des Wasserfalls sehen kann. Auch direkt gegenüber gibt es einen kleinen Wasserfall.

Abstieg durch eine Höhle und auf einem Holzbalken durch den Fluss

Der Wanderweg wurde sehr schön angelegt. Zuerst geht man nun durch eine Höhle, an der das Gestein bizarr und auch ziemlich furchteinflößend lose an der Decke hängt. Unten am Fluss habe ich das erste Mal in Island etwas von dem sauberen Flusswasser getrunken. Ja, genau! Ich habe meine Flasche ins Wasser gehalten und gefüllt. Und es war so ziemlich das beste Wasser, was ich getrunken habe bisher. Ein Stück weiter sind wir dann über die kleine Brücke gegangen. Genau genommen läuft man erst an einem Stahlseil über die Steine im Fluss. Danach nutzt man das Seil, um sich festzuhalten, während man auf einem Holzbalken über den Fluss balanciert. Eine schöne Art den Fluss unterhalb des Glymur zu überqueren.

Aufstieg und Mittagessen mit Aussicht auf den zweithöchsten Wasserfall in Island

Danach wird der Aufstieg recht steil aber mit etwas Kondition ist er recht leicht zu meistern. Immer wieder bieten sich wunderschöne Ausblicke auf den Glymur und das Tal Richtung Fjord. Unterwegs gab es eine kleine Steinvorrichtung, die vor Wind geschützt hat und perfekt war, um uns ein leckeres Mittagessen mit Ausblick zu kochen. Reis, Möhren und Thunfisch – lecker!
Viele Besucher kehren an einem der Aussichtspunkte um, aber es lohnt such unbedingt bis nach oben zu kraxeln und von dort bis fast zum Ende des Wasserfalls nach unten zu schauen. Erst hier merkt man die wirkliche Kraft der Natur und mit welcher Geschwindigkeit das Wasser nach unten schießt.

Flussquerung hinter dem Glymur-Wasserfall

Was den meisten Besuchern auch entgeht ist der Blick von der anderen Seite. Um den zu bekommen, kann man statt den Berg rechts des Wasserfalls aufzusteigen, auch links hinauf. Noch besser ist es aber sich ein paar Badelatschen oder Sandalen mitzunehmen und den Fluss oberhalb des Wasserfalls zu queren. Wir haben der Sicherheit halber einen Spot etwas oberhalb des Wasserfalls gesucht. Das Wasser hat meist nur bis zur Hälfte des Oberschenkels gereicht. Das Wasser ist eiskalt. Es gibt ein Sprichtwort in Island: „Es gibt Flüsse die sind 4 Grad kalt. Und es gibt Flüsse die sind kälter.“ Das stimmte auf jeden Fall. Aber es war trotzdem erfrischend und einen Fluss zu furten ist immer ein Erlebnis. Auf der anderen Seite direkt am Abgrund des Wasserfalls kann man auf dem Steinen im Wasser auch ganz nah an den Abgrund. Den Boden des Wasserfalls sieht man jedoch nie. Aber dafür ist er ja auch der höchste des Landes. Der Abstieg auf der anderen Seite erschien mir dann wesentlich leichter als der Aufstieg, nicht nur weil es bergab geht.

Man glaubt kaum, dass der Fluss eine ganze Schlucht in den Felsen gefressen hat.

Man glaubt kaum, dass der Fluss eine ganze Schlucht in den Felsen gefressen hat.

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Posted by Peter Althaus

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5 Comments

  1. Schöner Bericht, danke! Wollte mal den Blog loben, dass die Mischung aus Text und Bilder mit Unterschrift wirklich sehr gelungen und angenehm ist 😉

    Gruß
    Alex

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    1. Hallo Alex, danke, das freut mich sehr! Schöne Woche und viel Spaß beim Lesen der anderen Artikel!

      Antworten

  2. Die Wanderung zum Glymur gehörte für mich definitiv zu den Highlights meiner Island-Reise. Und dabei bin auch ich so wie du mehr zufällig darauf gestoßen. Dafür war es hier aber zum Glück auch nicht so voll mit Menschen wie bei vielen anderen „Attraktionen“ auf Island, wo viele Leute gefühlt nur für ein Foto mit dem Selfiestick vorbei schauen. 😀

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  3. Angela Lüttmann Mai 1, 2017 at 21:08

    Hallo Peter, ein toller Bericht – wie lange habt Ihr für die Tour gebraucht?

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    1. Hallo Angela!
      Danke für das Lob. Es waren ca. 4 Stunden. Aber wir sind recht gemütlich gelaufen.
      Liebe Grüße,
      Peter

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