Papageientaucher! Braucht man noch ein Argument, um Islands wunderschöne Tierwelt zu entdecken? Island ist das perfekte Paradies für Vögel. Überall im Land hört man sie zwitschern und pfeifen. Dabei gibt es kaum einen Vogel, der so viel Faszination auf Island-Besucher und Interessierte ausübt wie der Papageientaucher. Aber warum eigentlich? Ich denke es liegt an folgenden Gründen:

  • Papageientaucher sind einfach niedlich.
  • Papageientaucher sind irgendwie ziemlich cool.
  • Papageientaucher sind bunt.
  • Papageientaucher sehen ziemlich tollpatschig aus.

Papageientaucher sind Menschen irgendwie ziemlich ähnlich.

Das meinen zumindest die Menschen. Ich jedenfalls war bei meinem Islandbesuch ziemlich fasziniert von den kautzigen kleinen Vögeln und deshalb wollte ich euch auch mal zeigen, wo man Papageientaucher in Island eigentlich sehen kann. Denn eins ist klar: Puffins stehen bei fast allen Islandreisenden ganz oben auf der Bucketlist, neben Walen, Wasserfällen, Geysiren und Vulkanen.

In Island gibt es Papageientaucher eigentlich in allen Landesteilen.

In Island gibt es Papageientaucher eigentlich in allen Landesteilen.

Wo gibt es in Island Papageientaucher?

Papageientaucher sind in Island in vielen Regionen zu finden. Es gibt sie auf der Halbinsel Snæfellsnes, in den Westfjorden, im Norden, in den Ostfjorden und auch an mehreren Stellen in Südland. Kurz: Eigentlich kann man Papageientaucher in Island fast überall sehen.
Puffins sind Vögel, die ausschließlich in Klippen brüten – und von denen gibt es in Island ziemlich viele. Auch wenn sie ein wenig aussehen wie Pinguine, können sie ziemlich gut fliegen. Das sieht zwar etwas putzig aus, funktioniert für die Tiere aber ganz gut. Wie der Name vermuten lässt, tauchen sie aber auch super gern, denn sie ernähren sich hauptsächlich von Fisch und Krebstieren. Das bedeutet also auch, dass sie immer am Meer zu finden sind, denn sie sind Seevögel. Kurze Formel zum Verständnis:

Meer + Klippen +Island = hohe Wahrscheinlichkeit von Papageientauchern

Von den Gegenden Islands gibt es Papageientaucher in den folgenden Gebieten häufig zu sehen:

Islands Westen

  • Breiðafjörður – rund um Snæfellsnes gibt es viele Klippen, dort kann man auch oft Papageientaucher sehen.
  • Westfjorde und hier besonders in
    • Látrabjarg – das war mein persönlicher Favorit, auch weil man den Tieren hier echt nah kommen kann.
    • Hornbjarg – Klippen auf der Halbinsel Hornstrandir
    • Im Naturpark Hornstrandir
    • Ísafjarðardjúp ist der Fjord bei Ísafjörður, hier soll es vor allem auf den Inseln wie Vigur Papageientaucher geben.
  • Lundey – ist eine kleine, unbewohnte Insel, die offiziell zu Islands Hauptstadt Reykjavik gehört. Auch hier kann man Papageientaucher sehen. Es werden Touren von Reykjaviks Hafen aus angeboten.

Nordisland

  • Puffin Island vor Husavik – mit Schiff bei einer Tour Whale Watching in Husavik

Ostisland

  • In Borgarfjörður Eystri am Hafen gibt es ein Kliff, wo man recht nah ran kommt und auch gute Fotos der Tiere machen kann.
  • Auf der Insel Skrúður im Fáskrúðsfjörður gibt es ebenfalls eine Puffin-Colony.

Südisland

  • Die Klippen bei Dyrhólaey und Reynisfjara in der Nähe von Vík í Mýrdal sind Stellen an denen man Papageientaucher und auch viele andere Vogelarten beobachten kann.
  • Ingólfshöfði wurde mir von vielen als guter Punkt zum Beobachten von Papageientauchern empfohlen.
  • Die Vestmannaeyjar-Inseln sind die Heimat der größten Papageientaucherkolonie in Island und werden daher auch von vielen Touristen besucht.
Die beste Zeit für Papageientaucher ist zwischen Juni und August.

Die beste Zeit für Papageientaucher ist zwischen Juni und August.

Beste Reisezeit um in Island Papageientaucher zu sehen?

Auch wenn man, wie schon gesagt, bei den putzigen Flügen der Papageientaucher den Eindruck bekommen kann, dass sie nicht weit fliegen, wandern sie jedes Jahr tausende Kilometer. Die isländischen Papageientaucher leben Studien zu Folge im Winter auf dem offenen Meer – kein Witz. Häufig wurden sie dabei in den Gebieten vor der Küste Neufundlands gesichtet, also ziemlich weit weg.

Im Umkehrschluss bedeutet das aber natürlich, dass die Tiere eine ganze Zeit nicht da sind. Die größten Chancen auf Papageientaucher in Island hat man deshalb zwischen Mai und August, wenn sie zum Brüten an den Klippen in Island sind. Häufig werden sie aber auch schon im April und bis in den September hinein gesichtet. Dafür ist die Chance dann aber wirklich extrem hoch sie zu sehen. Zu den anderen Jahreszeiten ist sie eher verschwindend klein. Zudem gibt es in vielen Brutgebieten auch einen extra Schutz für die Brutzeit. So sind manche Klippen zwischen Mai und Juni nicht betretbar, wenn die Vögel brüten.

Die Klippen in Látrabjarg sind für mich der beste Ort, um Papageientaucher zu sehen. Hier kommt man den Tieren sehr nah.

Die Klippen in Látrabjarg sind für mich der beste Ort, um Papageientaucher zu sehen. Hier kommt man den Tieren sehr nah.

Látrabjarg ist für mich der beste Platz um Papageientaucher in Island zu beobachten

Mir persönlich hat das Cliff bei Látrabjarg am besten gefallen. Ich habe die Puffins auch gut in Borgarfjörður Eystri sehen können aber in Látrabjarg ist man ihnen wesentlich näher gekommen. Teilweise waren die Tiere nur 1 bis 2 Meter von mir entfernt. Das war schon ein wirklich tolles Erlebnis. Viele Fotografen lagen hier über Stunden auf der Lauer. Die Papageientaucher laufen zu Hunderten auf der Kliffkante umher. Zudem ist das Kliff auch toll für kleinere Wanderungen, die Aussicht ist grandios. Es ist übrigens auch der westlichste Punkt Europas (außer den Azoren), was die Isländer auch gern anführen. Die Aussicht grandios, das Meer wunderbar blau und schon der Weg nach Látrabjarg ist wirklich schön.

An den Klippen mit Papageientauchern in Island, sollte man extrem vorsichtig sein. Die Vögel graben ihre Höhlen auch unter den Rand. Es sind schon Touristen abgestürzt und ums Leben gekommen.

An den Klippen mit Papageientauchern in Island, sollte man extrem vorsichtig sein. Die Vögel graben ihre Höhlen auch unter den Rand. Es sind schon Touristen abgestürzt und ums Leben gekommen.

Vorsicht in der Nähe von Klippen mit Papageientauchern

Bevor ihr jetzt losstürmt, noch ein kurzer Hinweis, den ich auch von vielen Isländern beim Trampen durch die Westfjorde bekommen habe. Bitte geht nicht zu nah an den Klippenrand. Was bei anderen Klippen ok sein kann, ist bei den Klippen wo Papageientaucher brüten mitunter lebensgefährlich. Das Problem: Fürs Brüten graben die Tiere Höhlen in die Klippen. Daher rutschen oft auch Teile der Klippen ins Meer.

Viel zu cool zum Essen: Papageientaucher.

Viel zu cool zum Essen: Papageientaucher.

Bitte nicht: Papageientaucher essen in Island

Das mag für den einen Besucher Islands erstmal absurd klingen, für den anderen vielleicht verlockend: In Island kann man auch Papageientaucher essen. Viele Isländer mit den ich beim Trampen gesprochen habe, haben das Fleisch auch schon gegessen. Es soll so ähnlich wie Rind schmecken, falls euch das interessiert. Allerdings essen nur wenige es regelmäßig. Durch das zunehmende Interesse von Touristen hat sich der Bedarf nach Papageientaucherfleisch in den letzten Jahren allerdings erhöht. Ähnlich wie bei den Walen, ist der Anreiz für die Einheimischen dadurch größer mehr Tiere zu jagen. Ich persönlich habe nichts dagegen, wenn Isländer die Tiere essen. Es gehört dort eben zur Kultur, auch wenn ich das nicht gerade schön finde. Island ist eine raue Insel und früher mussten die Menschen dort eben vielfältige Überlebensstrategien entwickeln. Dennoch sollten aber Touristen davon lassen. So sind die Bestände in den letzten Jahren immer weiter zurückgegangen, ich habe von bis zu 40 Prozent gehört. Biologen kennen die genaue Ursache bisher nicht. Die Tiere sind laut der Artenschutzorganisation ICUN zwar aktuell nicht gefährdet, aber das kann sich schnell ändern. Deshalb: Bitte in Island kein Papageientaucherfleisch essen!

Habt ihr schon Papageientaucher in Island gesehen? Wenn ja, wo? Und welche Tiere würdet ihr dort noch gern sehen? Ich freue mich über euren Kommentar.

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Posted by Peter Althaus

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9 Comments

  1. Oh wie wunderschön.
    Ich habe in meinen 6 Monaten Island leider gar keinen Papageientaucher gesehen 🙁 Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

    LG
    Mel

    Antworten

    1. Wann warst Du denn da?

      Antworten

  2. Nadine Hudson Juli 23, 2015 at 16:10

    Hallo Peter
    Heute morgen (wir sind grad auf dem Campingplatz bei Breidavik) diskutierten wir, ob wir nun noch die restliche Strecke bis Látrabjarg fahren sollten… Die Holperpiste ist ganz schön lang mit einem WoMo. Ob die Möbel des Mietfahrzeugs noch mehr Geschüttel aushalten könnten? Dann sahen wir deinen Beitrag und die Bilder der Puffins, keine Frage mehr, diese rund 12 km würden wir noch schaffen. Und wer den Weg auf sich nimmt, wird belohnt, die Kliffe ist wahrlich ein Vogelparadies. Die Papageientaucher watscheln einem fast über die Füsse, sie sind überhaupt nicht schüchtern. Danke für den kleinen Stupf, den du uns heute gegeben hast. Bist du schon wieder zuhause? Wir haben dich verpasst, gingen nun doch im Gegenuhrzeigersinn um die Insel. Lg Nadine

    Antworten

    1. Hallo Nadine!
      Das freut mich, dass ich euch den richtigen Anstoss geben konnte! Ich fand Latrabjarg auch klasse und wollte es deshalb auch unbedingt empfehlen. Ich hatte gewartet, dass Du Dich nochmal meldest aber ich war auch ziemlich beschäftigt auf meiner Reise. Aber wir schaffen das schon noch. Zur Not komm ich mal in die Schweiz!
      Ganz liebe Grüße und noch viel Freude in Island!
      Peter

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      1. Nadine Hudson Juli 28, 2015 at 13:57

        Oh, das tut mir leid, Peter. Ich hatte absichtlich Ferien von meinem Mobiltelefon und von Social Media gemacht. Ab und zu die Mails checken und ein eiziges Mal deinen Blog, sonst nur Natur. Das hat sooooo gut getan. Wir nahmen aber jeden Hitchhiker mit, der in die Richtung wollte, in die wir fuhren, leider warst du nicht dabei. Ein andermal. Herzliche Grüsse Nadine

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        1. Ferien von Internet und Handy sind völlig ok. Hätte mich zwar gefreut Dich zu treffen aber das schaffen wir schon noch!

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  3. We have a place in the UK called Puffin Island, I really want to go!

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  4. Hallo,
    ich war jetzt schon mehrmals in Island und mich hat es immer wieder zum Latrabjarg gezogen. Alles nur wegen der Papageitaucher. Es war immer wieder schön und faszinierend. Wir waren Nachts um 0.00 Uhr dort (Midsommer) und auch morgens um 7.00 Uhr. Eigentlich haben wir immer welche gesehen. Allerdings habe ich gestern einen langen Bericht gelesen, dass die Anzahl der Puffins ganz extrem abgenommen haben soll . Aufgrund der Klimaerwärmung bekommen sie nicht mehr so viel Fisch vor Island. Das hat mich sehr traurig gemacht. Denn ich finde ein Islandbesuch ohne Lundis geht gar nicht. Außerdem finde ich die Tiere total toll, faszinierend und süß. Schon alleine wie man solche possierlichen Tiere essen kann will ich nicht verstehen.Dieses Jahr Ende Juni fahre ich wieder. Wir werden aber nicht in die Westfjorde kommen und so habe ich die Hoffnung am Kap Durholaey welche zu sehen. Aber wo genau findet man sie dort? Auch da war ich schon, habe aber nie welche gesehen. Kannst Du mir da Tipps geben? Ich freu mich schon wieder riesig auf das Land. Es ist einfach immer wieder faszinierend. Aber ohne Papageitaucher ???
    Viele Grüße Cordula

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    1. Hallo Cordula,
      danke für Deinen Kommentar. Ich finde die Tiere auch sehr schön und würde sie auch nicht missen wollen. Ich habe entsprechende Berichte auch gehört bereits als ich schon da war. Aber wenn Du in der Saison kommst, müsste es in Latrabjarg eigentlich gar kein Problem sein. Im Juli waren da noch so viele und man konnte wie immer ganz nah ran.
      Was die Klippen von Dyrhólaey betrifft, war ich dort nicht auf der Suche nach Puffins. Aber Freunde von mir waren zur gleichen Zeit dort und haben dort viele Papageientaucher gesehen. Ansonsten bleiben natürlich noch die Vestmannaeyjar-Inseln. Dort gibt es die größte Kolonie und da findet man eigentlich immer welche. Warst Du da schon?
      LG,
      Peter

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