Wer an Miami denkt, denkt vermutlich an Miami Beach, Little Havana oder Miami Vice. Was die wenigsten wissen: Miami ist der Kunsthotspot der USA. Miami ist jährlich die US-Außenstelle der Kunstmesse Art Basel. Die Art Basel Miami zieht nicht nur klassische Künstler an, sondern hat nachhaltig auch Auswirkungen auf die Kunstszene von Miami. So ist aus dem früher völlig herunter gekommenen Viertel Wynwood einer der Hotspots für Streetart in Miami, mit vielen Wandbildern, schicken Galerien, Cafés, Boutiquen und Bars geworden. Das Immobilienbüro Goldman Properties hat das Viertel nach und nach in das In-Viertel für Kunst und Künstler und für Streetart verwandelt. Tony Goldman hatte dabei die Idee, die Lagerhäuser in Wynwood, ohne Fenster und mit hohen Wänden in eine Open-Air-Galerie zu verwandeln.

Die Walls in Wynwood umgeben einen ganzen Hof.

Die Walls in Wynwood umgeben einen ganzen Hof.

Wynwood Walls – Die besten Murals in Miami in Schrittweite

Den besten Einblick bekommt man durch einen Besuch der Wynwood Walls an der NW 2nd Street. Die Wände sind eine ständig wechselnde Galerie. Die einzelnen Pieces (Kunstwerke) werden dabei im Schnitt jedes halbe Jahr übermalt. Ich hätte gerne Stunden dort verbringen können. Die Murals haben mitunter sehr coole Details. Die Bandbreite der Streetart reicht dabei von eher popart-ähnlichen Werken bis hin zu großflächigen Kunstwerken mit orientalischen Einflüssen. Die derzeitigen Murals wurden unter anderem von folgenden Künstlern gestaltet:

Shepard Fairy

Shepard Fairy hat dieses Bild an den Wynwood Walls gemalt.

Shepard Fairy hat dieses Bild an den Wynwood Walls gemalt.

Shepard Fairy ist unter anderem auch der Künstler der das ikonenhafte Bild des Gesichts des Wrestlers André the Giant auf ein Plakat mit dem Schriftzug „Obey“ gebracht hat. Obey ist mittlerweile eine releativ bekannte Klamottenmarke. Zudem hat er auch das „Hope“-Plakat für den Wahlkampf von Barack Obama gestaltet. Er ist einer der bekanntesten Streetart-Künstler der Welt neben Banksy und Space Invader.
Das Piece in den Wynwood Walls involviert unter anderem Aun San Suu Kyi, die burmesische Oppositionsführerin und den Dalai Lama. Das Bild ist auch eine Reminiszenz an Tony Goldman, der vor wenigen Jahren gestorben ist.

Ryan McGinness

Ryan McGinness in Wynwood Walls

Ryan McGinness hat dieses Schwarzlicht-Wandbild mit dem Titel „33 Women“ in Wynwood gestaltet.

Ryan McGinness hat das Bild „33 Women“ in Anlehnung an die Aktbilder von Frauen in der Kunst gestaltet. Mir haben die grellen Neonfarben auf schwarzen Grund besonders gut gefallen. Auch die Formen der Frauen und wie sie zueinander passen, finde ich sehr ästhetisch. Das Bild ist relativ klassisch und erinnert eher an die Pop Art von Roy Lichtenstein oder Keith Haring als an Streetart.

Ron English

Ron English at Wynwood Walls

Ron English hat die umstehenden Gegenstände in das Werk eingearbeitet.

Das Interessanteste am Mural von Ron English ist, wie er die umliegenden Bäume in das Kunstwerk eingearbeitet hat. Er soll dazu die Schatten, die die Bäume zur Zeit der Entstehung auf das Gebäude geworfen haben in das Wandbild einbezogen haben. Auch das Reh scheint durch seine Hervorhebung auf dem Stein davor zu stehen.

Miss Van

Miss Van at Wynwood Walls

Die französische Künstlerin Miss Van hat dieses Bild in den Wynwood Walls gezeichnet, welches mich an traditionelle asiatische Frauenbilder erinnert.

Miss Van ist eine der renommiertesten Streetart-Künstlerinnen Frankreichs und als Frau eine gute Abwechslung zu dem sonst eher männerdominierten Feld der Streetart. In ihren Bildern zeigt sie häufig kindliche Frauenfiguren, genannt Poupes, wie auch in diesem Bild, das mich an traditionelle asiatische Frauenbilder erinnert.

Galerien und Shops in Wynwood

Neben den Murals, die praktisch an fast allen Häusern zu finden sind, ist Wynwood auch das zu Hause von Miami’s hipsten Galerien. Ein Besuch lohnt sich nicht nur rund um die Art Basel. Besonders zu empfehlen sind folgende Galerien in Wynwood:

Neben den Wynwood Walls gibt es zudem ein Cafe mit Kuchen und leckerem Eis. Ich hingegen fand den Eisladen Serendipity (425 NW 26th Street, Miami). Das Erdbeereis und Basilikum war super. Einige der Läden bieten zudem lustige Souvenirs und Bücher über Streetart und Kunst von Künstlern aus der Region oder die in der Umgebung ausgestellt werden.

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Posted by Peter Althaus

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One Comment

  1. Saugeile Bilder! Hätte nicht gedacht, dass es in Miami so viel Street Art gibt 🙂

    Viele Grüße,

    Sabrina von todayis.de

    Antworten

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